Ratgeber / Nährstoffwissen

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Die kurze Antwort: Wadenkrämpfe nachts sind sehr häufig und meist harmlos: Bis zu 60 Prozent der Erwachsenen kennen sie. Der Wadenmuskel zieht sich plötzlich und schmerzhaft zusammen, oft weil er im Liegen mit gestreckter Fußspitze verkürzt ist und tagsüber zu wenig oder ungewohnt belastet wurde. Akut hilft Dehnen: Zehen zur Nase ziehen oder aufstehen und die Ferse in den Boden drücken. Vorbeugend zählen Wadendehnung vor dem Schlafengehen, ausreichend Trinken, Bewegung am Tag und eine gute Magnesiumversorgung, denn Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion bei.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nächtliche Wadenkrämpfe kennen laut Übersichtsarbeiten bis zu 60 Prozent der Erwachsenen, mit dem Alter werden sie häufiger.
  • Ein Krampf dauert meist Sekunden bis wenige Minuten, danach kann der Muskel noch einen Tag lang ziehen wie ein Muskelkater.
  • Akut löst Dehnen den Krampf am schnellsten: Fuß zu dir ziehen oder aufstehen und das Gewicht auf das betroffene Bein bringen.
  • In einer Studie mit 80 Erwachsenen ab 55 Jahren sanken Zahl und Stärke der Krämpfe, wenn die Teilnehmenden sechs Wochen lang vor dem Schlafengehen Waden und Oberschenkelrückseite dehnten.
  • Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion bei und gehört deshalb für viele zur Abendroutine, am besten als gut verträgliches Bisglycinat.
  • Häufige Auslöser sind langes Sitzen oder Stehen, ungewohnter Sport, wenig Trinken, Schwangerschaft und manche Medikamente.
  • Ärztlich abklären solltest du Krämpfe, die sehr oft kommen, mit Schwellung, Rötung, Taubheit oder Schwäche einhergehen oder den Schlaf dauerhaft stören.

Was bei einem Wadenkrampf im Muskel passiert

Ein Muskelkrampf ist eine unwillkürliche, kräftige Anspannung, die sich nicht von selbst löst, solange der Reiz anhält. Auslöser ist meist nicht der Muskel selbst, sondern die Nervenansteuerung: Die motorischen Nervenenden feuern übermäßig, und der Muskel antwortet mit Daueranspannung. Am häufigsten trifft es die Wade, gefolgt von den Fußsohlen und der Oberschenkelrückseite.

Zwei Messfühler im Muskel spielen dabei zusammen: Die Muskelspindeln melden Dehnung und regen zur Anspannung an, die Sehnenspindeln am Übergang zur Sehne bremsen sie. Ist der Muskel verkürzt und ermüdet, verschiebt sich dieses Gleichgewicht in Richtung Anspannung. Deshalb hilft Dehnen so zuverlässig: Es aktiviert die bremsenden Sehnenspindeln und löst den Krampf.

Für die Muskelarbeit braucht der Körper Mineralstoffe: Calcium löst die Anspannung aus, Magnesium ist an der Entspannung beteiligt. Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion und zu einem normalen Elektrolytgleichgewicht bei.

Ursachen: warum Wadenkrämpfe gerade nachts kommen

Dass Krämpfe so oft im Bett auftreten, hat einen einfachen Grund: Im Liegen zeigt die Fußspitze nach unten, die Bettdecke drückt sie zusätzlich in diese Richtung, und die Wade bleibt stundenlang verkürzt. Kommen weitere Faktoren dazu, reicht eine kleine Bewegung im Schlaf, und der Krampf ist da. Häufige Auslöser:

Auslöser Was dahintersteckt Was du tun kannst
Langes Sitzen oder Stehen die Wadenmuskulatur ist wenig gefordert und verkürzt tagsüber öfter aufstehen, Wadenheben, Treppen statt Aufzug
Ungewohnter Sport ermüdete Muskeln neigen zu Krämpfen Belastung langsam steigern, nach dem Training dehnen
Wenig getrunken, viel geschwitzt Flüssigkeit und Elektrolyte gehen über den Schweiß verloren über den Tag verteilt trinken, an heißen Tagen mehr
Alter Muskelmasse und Sehnenelastizität nehmen ab Kraft- und Dehnübungen für die Beine
Schwangerschaft besonders im zweiten und dritten Drittel häufig mit Hebamme oder Praxis besprechen
Magnesiumversorgung Magnesium ist an der Muskelentspannung beteiligt magnesiumreiche Lebensmittel, gut verträgliche Ergänzung
Medikamente manche Präparate, etwa zur Entwässerung oder gegen erhöhte Blutfette, nennen Krämpfe im Beipackzettel Beipackzettel lesen, ärztlich besprechen, nichts eigenmächtig absetzen

Wie du einen echten Magnesiummangel erkennst und warum der Blutwert oft täuscht, steht ausführlich im Ratgeber Magnesiummangel erkennen.

Akut: so löst du den Krampf in 30 Sekunden

  1. Fuß heranziehen: Setz dich auf, strecke das Bein und ziehe die Zehen kräftig Richtung Nase, notfalls mit der Hand oder einem Handtuch.
  2. Aufstehen: Stell dich hin und verlagere das Gewicht auf das verkrampfte Bein, die Ferse bleibt am Boden. Ein paar Schritte gehen hilft zusätzlich.
  3. Halten statt reißen: Die Dehnung 20 bis 30 Sekunden ruhig halten, bis der Muskel weich wird.
  4. Danach lockern: Die Wade sanft massieren, Wärme durch eine Wärmflasche oder eine warme Dusche entspannt zusätzlich.

Ein Tipp aus der Sportforschung: In einer Studie verkürzte ein Schluck Gurkenwasser einen künstlich ausgelösten Krampf bei jungen Männern um gut ein Drittel (Miller 2010). Forschende vermuten einen Reflex über den sauren Geschmack im Mund. Für die Nacht ist Dehnen der einfachere Weg.

Vorbeugen: dein Abendplan bei Wadenkrämpfen

Ein einfacher Baustein zum Vorbeugen ist gut untersucht. In einer Studie mit 80 Erwachsenen ab 55 Jahren, die regelmäßig nachts Krämpfe hatten, dehnte die eine Hälfte sechs Wochen lang jeden Abend Waden und Oberschenkelrückseite. In dieser Gruppe kamen die Krämpfe seltener und fielen schwächer aus als in der Vergleichsgruppe (Hallegraeff 2012).

Wann Was Wie lange
Vor dem Schlafengehen Wadendehnung an der Wand: ein Bein nach hinten, Ferse am Boden, Becken nach vorne je Bein 3-mal 20 Sekunden
Vor dem Schlafengehen Oberschenkelrückseite dehnen: im Sitzen ein Bein strecken, Oberkörper gerade nach vorne je Bein 3-mal 20 Sekunden
Im Bett Decke locker lassen oder ein Kissen ans Fußende, damit die Fußspitze nicht nach unten gedrückt wird die ganze Nacht
Über den Tag genug trinken, regelmäßig aufstehen und gehen jeden Tag
Abends Magnesium, zum Beispiel mit dem Schlaf Komplex 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen jeden Abend

Magnesium aus dem Essen: so viel steckt in einer Portion

Magnesium kommt vor allem aus Kernen, Nüssen, Vollkorn und grünem Gemüse. Pro üblicher Portion sieht das so aus:

Portion Magnesium etwa
30g Kürbiskerne (eine kleine Handvoll) 120mg
30g Mandeln 80mg
50g Haferflocken 70mg
20g Bitterschokolade ab 70 Prozent 40mg
1 Banane (120g) 35mg
100g Spinat, gegart rund 60 bis 80mg
1 Liter Mineralwasser mit über 50mg pro Liter über 50mg

Die DGE empfiehlt Frauen 300mg und Männern 350mg Magnesium am Tag aus allen Quellen zusammen. Eine Handvoll Kürbiskerne, Haferflocken zum Frühstück und ein magnesiumreiches Mineralwasser bringen dich schon weit. Welche Form in Kapseln am besten vertragen wird, liest du im Ratgeber Magnesiumformen im Vergleich.

Krampf oder etwas anderes? So unterscheidest du

Nicht jeder nächtliche Beinschmerz ist ein Krampf. Diese Übersicht hilft bei der Einordnung, ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung:

Was du spürst Wahrscheinlich Was du tust
Muskel plötzlich hart, starker Schmerz, Dehnen löst ihn Wadenkrampf dehnen, vorbeugen wie oben
Kribbeln und Bewegungsdrang in Ruhe am Abend, kein harter Muskel Restless Legs ärztlich abklären lassen
Wadenschmerz beim Gehen, der im Stehen nachlässt Durchblutung ärztlich abklären lassen
Wade geschwollen, warm, gerötet, dauerhaft schmerzhaft Venen sofort ärztlich abklären lassen

Woher die Wirkstoffe kommen

Der Wadenkrampf ist so alt wie die Menschheit, und Hausmittel gibt es reichlich: Seife unter dem Laken, Gurkenwasser, Senf, Bananen. Die Banane hat ihren Ruf vor allem durch Kalium und Magnesium bekommen, sie liefert rund 35mg Magnesium pro Stück. Gurkenwasser wiederum hat es dank der Sportforschung von der Hausapotheke ins Labor geschafft.

Magnesium steckt im Zentrum jedes Chlorophyll-Moleküls, deshalb liefern grünes Gemüse, Kerne und Vollkorn so viel davon. In Kapseln setzen wir auf Magnesiumbisglycinat: Hier ist das Magnesium an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden, das macht es besonders magenfreundlich und gut verträglich.

Was heute untersucht ist: Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion, zu einem normalen Elektrolytgleichgewicht und zur normalen Funktion des Nervensystems bei. Rund um Wadenkrämpfe wird Magnesium in Studien weiter untersucht, besonders bei Schwangeren und bei belastungsbedingten Krämpfen im Sport. Dehnübungen vor dem Schlafengehen wurden bei älteren Erwachsenen mit gutem Ergebnis untersucht.

Wann du ärztlich abklären solltest

  • Die Krämpfe kommen sehr häufig, mehrmals pro Woche, und stören deinen Schlaf dauerhaft.
  • Die Wade ist zusätzlich geschwollen, warm oder gerötet, oder der Schmerz bleibt nach dem Krampf bestehen.
  • Du spürst Taubheit, Kribbeln oder eine Schwäche im Bein.
  • Die Krämpfe treten auch tagsüber in Ruhe oder an vielen Muskeln gleichzeitig auf.
  • Sie haben begonnen, nachdem du ein neues Medikament angefangen hast.
  • Du bist schwanger und hast häufig Krämpfe: Sprich mit deiner Hebamme oder Praxis.

Häufige Fragen

Was hilft sofort gegen Wadenkrämpfe nachts?

Dehnen: Setz dich auf und zieh die Zehen kräftig Richtung Nase, oder steh auf und verlagere das Gewicht auf das betroffene Bein, die Ferse bleibt am Boden. Halte die Dehnung 20 bis 30 Sekunden, danach die Wade sanft massieren oder wärmen.

Woher kommen Wadenkrämpfe in der Nacht?

Im Liegen zeigt die Fußspitze nach unten, und die Wade bleibt stundenlang verkürzt. Kommen langes Sitzen, ungewohnter Sport, wenig Trinken, das Alter, eine Schwangerschaft oder bestimmte Medikamente dazu, reicht eine kleine Bewegung im Schlaf für einen Krampf.

Welcher Mangel steckt hinter Wadenkrämpfen?

Häufig wird an Magnesium gedacht, denn Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion und zu einem normalen Elektrolytgleichgewicht bei. Oft spielen aber auch Flüssigkeit, verkürzte Muskeln und Belastung eine Rolle. Wie du einen Magnesiummangel erkennst, steht im Ratgeber Magnesiummangel erkennen.

Warum gehört Magnesium bei Wadenkrämpfen in die Abendroutine?

Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion bei und ist bei Wadenkrämpfen ein beliebter Klassiker in der Abendroutine. In Studien wird es weiter untersucht, besonders bei Schwangeren und Sportlern. Am besten verträglich ist Magnesium als Bisglycinat, aufgeteilt auf zwei Portionen am Tag. Woran du einen Mangel erkennst, liest du unter Magnesiummangel erkennen.

Wann sollte ich Magnesium bei Wadenkrämpfen einnehmen?

Viele nehmen es abends, weil die Krämpfe nachts kommen. Der Schlaf Komplex mit 160mg Magnesium kommt 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen. Wer Magnesium auf zwei Portionen verteilen möchte, nimmt morgens zusätzlich den Energie Komplex mit 75mg.

Welche Dehnübung hilft gegen nächtliche Wadenkrämpfe?

Die Wadendehnung an der Wand: ein Bein nach hinten, Ferse am Boden, Becken nach vorne, je Bein dreimal 20 Sekunden, dazu die Dehnung der Oberschenkelrückseite. In einer Studie mit älteren Erwachsenen kamen Krämpfe nach sechs Wochen abendlichem Dehnen seltener und schwächer.

Sind Wadenkrämpfe in den Wechseljahren häufiger?

Viele Frauen bemerken sie in der Lebensmitte häufiger, weil Muskelmasse abnimmt und der Schlaf leichter wird. Dehnübungen, Krafttraining für die Beine und eine gute Magnesiumversorgung helfen. Mehr zu unruhigen Nächten in dieser Phase liest du unter Schlafstörungen in den Wechseljahren.

Was tun bei Wadenkrämpfen in der Schwangerschaft?

Wadenkrämpfe sind in der Schwangerschaft häufig, vor allem im zweiten und dritten Drittel. Dehnen, Bewegung und genug Trinken helfen vielen. Ob eine Magnesiumergänzung sinnvoll ist, besprichst du mit deiner Hebamme oder Praxis. Der Schlaf Komplex ist für Schwangerschaft und Stillzeit nicht gedacht.

Wann sind Wadenkrämpfe ein Warnzeichen?

Wenn die Wade zusätzlich geschwollen, warm oder gerötet ist, wenn Taubheit oder Schwäche dazukommen, wenn die Krämpfe sehr oft auftreten oder nach Beginn eines neuen Medikaments: Dann lässt du das ärztlich abklären.

Kurz zusammengefasst

  • Nächtliche Wadenkrämpfe sind häufig, bis zu 60 Prozent der Erwachsenen kennen sie.
  • Im Liegen ist die Wade verkürzt, dazu kommen Auslöser wie langes Sitzen, Sport, wenig Trinken, Alter, Schwangerschaft und manche Medikamente.
  • Akut löst Dehnen den Krampf, Fuß heranziehen oder aufstehen.
  • Vorbeugend helfen Dehnübungen vor dem Schlafengehen, eine lockere Bettdecke, Trinken und Bewegung.
  • Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion bei, gut verträglich als Bisglycinat und aufgeteilt auf zwei Portionen.
  • Schwellung, Rötung, Taubheit oder sehr häufige Krämpfe gehören ärztlich abgeklärt.

Wie wir es gelöst haben

Weil Wadenkrämpfe meist nachts kommen, steckt unser Magnesium für den Abend im Schlaf Komplex: 160mg Magnesium aus 800mg Magnesiumbisglycinat (42 % NRV) in 2 Kapseln, 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen. Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion und zur normalen Funktion des Nervensystems bei. Dazu kommen 250mg Baldrian-Extrakt, 150mg Passionsblume-Extrakt, 60mg Hopfen-Extrakt, 150mg L-Theanin und 1mg Melatonin. Melatonin trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen, wenn kurz vor dem Schlafengehen 1mg aufgenommen wird. So deckst du mit einer Abendroutine Beine und Kopf ab. Eine Dose reicht für 30 Abende und kostet 39,95 €, das sind 1,33 € pro Abend, im 3er-Pack 1,27 €.

Wer Magnesium lieber auf zwei Portionen verteilt, nimmt morgens den Energie Komplex mit 75mg Magnesium und allen 8 B-Vitaminen in 1 Kapsel, zusammen mit dem Schlaf Komplex 235mg Magnesium am Tag. Auch der Hormon Komplex enthält 160mg Magnesium; nimmst du ihn, dann morgens und den Schlaf Komplex abends. Energie und Hormon Komplex nimmst du nicht zusammen, denn beide enthalten Eisen und Vitamin B6: Wähle morgens einen der beiden. Alle Wege zu Magnesium als Bisglycinat findest du unter Magnesiumbisglycinat Kapseln.

Der Schlaf Komplex ist nicht für Schwangerschaft und Stillzeit, nicht für Kinder und Jugendliche und nicht vor dem Autofahren gedacht. Nimmst du Medikamente, klärst du die Einnahme vorher ärztlich ab; zu bestimmten Antibiotika, Bisphosphonaten und Schilddrüsenhormonen hältst du mit Magnesium mindestens zwei Stunden Abstand.

Quellen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

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