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Selen: Wirkung, Mangel, Lebensmittel – und wann es zu viel ist
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Ratgeber / Nährstoffwissen
Die kurze Antwort: Selen ist ein Spurenelement, das der Körper für rund 25 Selenoproteine braucht – Enzyme für den Zellschutz, die Schilddrüse und das Immunsystem. Die DGE empfiehlt Männern 70µg und Frauen 60µg am Tag. Weil Europas Böden selenarm sind, stammt Selen bei uns vor allem aus Fisch, Fleisch und Eiern. Die EFSA schätzt die Zufuhr Erwachsener in Europa auf 31 bis 66µg am Tag, also teils unter diesen Werten. Wer Selen ergänzt, achtet auf die passende Menge und rechnet alle Quellen zusammen.
Selen ist Bestandteil der Aminosäure Selenocystein, die in 25 menschlichen Proteinen steckt. Die wichtigsten Aufgaben:
Selen trägt zur normalen Funktion des Immunsystems, zur normalen Schilddrüsenfunktion und dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Dasselbe gilt für Vitamin C und Vitamin E – beide stecken zusammen mit Traubenkern-OPC und Resveratrol in unseren OPC Kapseln mit Vitamin C.
Ein isolierter Selenmangel macht selten deutliche Beschwerden. Möglich sind Muskelschwäche, ein geschwächtes Immunsystem, eine eingeschränkte männliche Fruchtbarkeit und eine verminderte Aktivität der Schilddrüsen-Enzyme. Das bekannteste Beispiel für schweren Mangel ist die Keshan-Krankheit, eine Herzmuskelerkrankung in selenarmen Regionen Chinas. Betroffene nahmen höchstens etwa 10µg Selen am Tag auf. Selengaben senkten dort das Erkrankungsrisiko um 86 %.
Ein erhöhtes Mangelrisiko haben laut DGE und Verbraucherzentrale vor allem:
Zur Bestimmung dient meist Selen im Blutserum oder Vollblut. Bei einer Ergänzung zählt die passende Tagesmenge – Nahrung und alle Präparate zusammengerechnet.
Pflanzen nehmen Selen aus dem Boden auf – und Europas Böden sind selenarm. Pflanzliche Lebensmittel aus europäischem Anbau enthalten deshalb meist wenig Selen. Tierische Lebensmittel liefern es zuverlässiger, weil Tierfutter in der EU mit Selen angereichert wird. Finnland geht noch weiter: Seit 1984 wird dort Selen dem Dünger zugesetzt, die Zufuhr der Bevölkerung hat sich dadurch etwa verdoppelt.
Bedarf und Lebensmittel auf einen Blick:
Schraffiert: Spanne. Der Selengehalt von Paranüssen schwankt je nach Herkunft stark.
| Lebensmittel | Portion | Selen |
|---|---|---|
| Paranüsse | 1 Nuss | 68–91µg, stark schwankend |
| Thunfisch, gegart | 85 g | 92µg |
| Sardinen aus der Dose | 85 g | 45µg |
| Garnelen | 85 g | 42µg |
| Schweine- oder Rindfleisch | 85 g | 37µg |
| Pute | 85 g | 26µg |
| Huhn | 85 g | 22µg |
| Ei | 1 großes Ei | 15µg |
| Haferflocken, gekocht | 1 Tasse | 13µg |
| Linsen, gekocht | 1 Tasse | 6µg |
Werte nach NIH Office of Dietary Supplements, gemessen an US-Lebensmitteln. Pflanzliche Produkte aus Europa liegen meist niedriger. Als pflanzliche Quellen nennt die DGE außerdem Kohl, Pilze, Spargel und Hülsenfrüchte.
Paranüsse – Vorsicht: Der Selengehalt schwankt je nach Herkunft um mehr als das Zehnfache, einzelne Nüsse können ein Vielfaches des Durchschnitts enthalten. Außerdem reichern Paranüsse radioaktives Radium an. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät deshalb, nicht mehr als zwei Paranüsse am Tag zu essen. Die DGE rät Schwangeren, Stillenden, Kindern und Jugendlichen von Paranüssen ab.
Bei Selen liegen Bedarf und Zuviel näher beieinander als bei den meisten Nährstoffen. Entscheidend ist die Summe aus allen Quellen – Nahrung und Ergänzung. Haarausfall gilt als frühes und gut belegtes Zeichen einer Selenvergiftung, der sogenannten Selenose.
Weitere Zeichen von zu viel Selen sind brüchige oder sich lösende Nägel, ein knoblauchartiger Atemgeruch, metallischer Geschmack, Hautausschlag, Übelkeit, Durchfall, Müdigkeit und Gereiztheit. Treten solche Zeichen auf, während du Selen ergänzt, lass das ärztlich abklären.
Über die normale Ernährung kommt in Europa selten zu viel Selen zusammen. Ergänzungsmittel und regelmäßig gegessene Paranüsse kommen aber dazu – wer mehrere selenhaltige Präparate nimmt, sollte die Mengen deshalb zusammenrechnen.
Bei Selen kommt es auf die passende Menge an: Gerade wer schlechter versorgt ist, kann von einer Ergänzung profitieren.
In Präparaten stecken meist zwei Formen. Selenomethionin wird zu etwa 90 % aufgenommen und vom Körper wie die Aminosäure Methionin in Eiweiße eingebaut – es entsteht ein Speicher. Natriumselenit wird direkt für die Bildung der Selenoproteine genutzt und nicht in Körpereiweiß eingelagert. Beide Formen münden in denselben Stoffwechselweg. Eine Form ist nicht grundsätzlich besser, sie verhalten sich nur unterschiedlich.
Selen entdeckte der schwedische Chemiker Jöns Jacob Berzelius 1817 im Schlamm einer Schwefelsäurefabrik. Er nannte es nach Selene, der griechischen Göttin des Mondes – als Gegenstück zum kurz zuvor nach der Erde benannten Tellur. Lange galt Selen nur als Gift, bis Klaus Schwarz und Calvin Foltz 1957 zeigten, dass es Ratten vor einer tödlichen Lebererkrankung schützt. Damit war Selen als lebensnotwendiges Spurenelement erkannt.
Was heute untersucht ist: Gut belegt ist, welche Rolle Selen in den Selenoproteinen spielt und wie viel davon nötig ist. Als Ergänzung zeigt Selen Effekte vor allem bei schlechterer Versorgung, und bei Hashimoto senkt es in Studien die Schilddrüsen-Antikörper. Die Forschung zu weiteren Bereichen läuft.
Selen steckt in 25 Enzymen für Zellschutz, Schilddrüse und Immunsystem. Es trägt zur normalen Funktion des Immunsystems und der Schilddrüse bei und dazu, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Ein Mangel macht selten deutliche Beschwerden. Möglich sind Muskelschwäche, ein geschwächtes Immunsystem und eine eingeschränkte Fruchtbarkeit. Ein erhöhtes Risiko haben vor allem Menschen mit Darm- oder Nierenerkrankungen und mit veganer Ernährung.
Die DGE empfiehlt Männern 70µg und Frauen 60µg pro Tag, Stillenden 75µg. Die EFSA nennt für Erwachsene 70µg.
Paranüsse, Fisch wie Thunfisch und Sardinen, Meeresfrüchte, Fleisch und Eier. Pflanzliche Lebensmittel aus Europa enthalten wegen der selenarmen Böden meist wenig.
Höchstens zwei am Tag, rät das Bundesamt für Strahlenschutz, weil Paranüsse Radium anreichern. Auch der Selengehalt schwankt stark.
Entscheidend ist die Summe aus Nahrung und allen Präparaten. Erste Zeichen von zu viel Selen sind Haarausfall, brüchige Nägel und Knoblauchgeruch im Atem.
Selen senkt in Studien die Schilddrüsen-Antikörper, die Forschung zu Beschwerden und Lebensqualität läuft weiter. Die Einnahme am besten mit der Endokrinologie besprechen.
Selenomethionin wird gut aufgenommen und in Körpereiweiß gespeichert. Natriumselenit wird direkt für Selenoproteine genutzt und nicht eingelagert. Grundsätzlich besser ist keine der beiden.
Selen steckt in drei unserer Komplexe, überall als Natriumselenit:
| Produkt | Selen pro Tagesdosis | Wofür Selen dort steht |
|---|---|---|
| Männer Komplex | 201µg | trägt zur normalen Funktion des Immunsystems und zur normalen Spermabildung bei |
| Anti-Aging Komplex | 100µg (Portion jeden zweiten Tag) | trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen |
| Immun Komplex | 55µg | trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei |
Natriumselenit wird direkt für die Bildung der Selenoproteine genutzt und nicht in Körpereiweiß eingelagert. Selen trägt außerdem zur normalen Schilddrüsenfunktion und zur Erhaltung normaler Haare und Nägel bei.
Die Rechnung, die du selbst machen solltest: Wer mehrere dieser Produkte kombiniert, addiert die Selenmengen – und rechnet Paranüsse und Fisch aus der Ernährung dazu. Die Tabelle oben ist genau dafür da. Wie das bei Zink aussieht, steht hier: Woran erkenne ich einen Zinkmangel? Und was im Winter für die Abwehr zählt: Was stärkt das Immunsystem wirklich?
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.