Ratgeber / Nährstoffwissen

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Die kurze Antwort: Die Darmflora baust du über mehrere Bausteine auf: viele verschiedene Pflanzen, genug Ballaststoffe, regelmäßig fermentierte Lebensmittel und ein gut gewähltes Probiotikum. Nach Antibiotika braucht sie bei Gesunden einige Wochen, einzelne Arten können sogar monatelang fehlen. Probiotika senken laut Cochrane-Auswertungen das Risiko für Durchfall während einer Antibiotika-Behandlung deutlich. Wie sie den Wiederaufbau der eigenen Darmflora begleiten, wird weiter untersucht.

Das Wichtigste in Kürze

  • In einer Studie mit gesunden Männern war die Darmflora nach einer Antibiotika-Kur nach etwa 1,5 Monaten nahe am Ausgangszustand – 9 häufige Arten fehlten bei den meisten aber auch nach einem halben Jahr noch.
  • Probiotika senkten bei Kindern das Risiko für Antibiotika-Durchfall von 19 auf 8 % (Cochrane, 33 Studien, 6.352 Kinder).
  • Das Risiko für Durchfall durch Clostridioides difficile sank mit Probiotika von 4,0 auf 1,5 % (Cochrane, 31 Studien, 8.672 Teilnehmende).
  • Wer mehr als 30 verschiedene Pflanzen pro Woche isst, hat eine vielfältigere Darmflora als Menschen mit weniger als 10 (American Gut Project).
  • Rund 6 Portionen fermentierte Lebensmittel am Tag erhöhten in einer Stanford-Studie die Vielfalt der Darmflora innerhalb von 10 Wochen.
  • Die DGE empfiehlt mindestens 30 g Ballaststoffe am Tag. Tatsächlich liegt der Median in Deutschland bei 18 g (Frauen) und 19 g (Männer).

Was „Darmflora“ eigentlich ist

Im Dickdarm leben Billionen Bakterien aus Hunderten Arten, dazu Pilze und Viren. Fachleute sprechen vom Mikrobiom. Diese Bakterien zerlegen Ballaststoffe, die wir selbst nicht verdauen können, und bilden daraus kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, die Darmzellen als Energiequelle nutzen. Sie trainieren das Immunsystem und lassen Krankheitserregern weniger Platz. Mehr dazu: Was stärkt das Immunsystem wirklich?

Eine „gesunde Darmflora“ lässt sich nicht an einer einzelnen Art festmachen. Das robusteste Merkmal ist die Vielfalt: Je mehr verschiedene Arten, desto stabiler reagiert das System auf Störungen wie Antibiotika, Infekte oder eine Ernährungsumstellung.

Was Antibiotika mit der Darmflora machen

Antibiotika unterscheiden nicht zwischen Krankheitserregern und nützlichen Darmbakterien. Wie stark die Darmflora leidet, hängt vom Wirkstoff, der Dauer und vom Ausgangszustand ab. Eine dänische Studie hat das besonders genau verfolgt: Zwölf gesunde junge Männer nahmen vier Tage lang eine Kombination aus drei Breitband-Antibiotika. Danach war die Darmflora stark ausgedünnt. Innerhalb von etwa anderthalb Monaten kehrte sie nahe an den Ausgangszustand zurück – doch neun Arten, die vorher bei allen nachweisbar waren, fehlten bei den meisten auch nach 180 Tagen noch.

Infografik: Erholung der Darmflora nach einer Antibiotika-Kur über sechs Monate, Anteil mit Antibiotika-Durchfall mit und ohne Probiotika laut Cochrane sowie Pflanzenvielfalt, fermentierte Lebensmittel und Ballaststoffe als langfristige Hebel
Nach Antibiotika ist die Darmflora gesunder Männer nach 1,5 Monaten fast wieder wie vorher, einzelne Arten fehlen länger. Probiotika senken das Durchfallrisiko. Quellen: Palleja 2018, Cochrane, McDonald 2018, Wastyk 2021.

Die gute Nachricht: Eine gesunde Darmflora ist anpassungsfähig und baut sich wieder auf. Wichtig zu wissen: Nicht alles kommt von allein zurück, und jede weitere Antibiotika-Kur kann die Vielfalt weiter verringern – umso mehr lohnt es sich, den Aufbau aktiv zu begleiten. Antibiotika gehören deshalb nur dorthin, wo sie gebraucht werden – und dort sollten sie vollständig nach Verordnung eingenommen werden.

Helfen Probiotika nach Antibiotika?

Hier lohnt es sich, zwei Fragen sauber zu trennen.

Erstens: Verhindern Probiotika Durchfall während der Antibiotika-Behandlung? Ja, das ist gut belegt. Ein Cochrane-Review mit 33 Studien an Kindern fand Durchfall bei 8 % der Kinder mit Probiotikum und bei 19 % ohne. Am besten untersucht sind Lacticaseibacillus rhamnosus und die Hefe Saccharomyces boulardii in Mengen von 5 bis 40 Milliarden KbE am Tag. Auch der gefährliche Durchfall durch Clostridioides difficile wurde seltener: 1,5 % statt 4,0 %.

Zweitens: Wie begleiten Probiotika den Wiederaufbau der Darmflora? Das wird in Studien intensiv untersucht. Klar ist schon heute: Es kommt auf die konkreten Stämme an – und auf das Zusammenspiel mit Ballaststoffen, Pflanzenvielfalt und fermentierten Lebensmitteln.

Unser Fazit: Ein Probiotikum während und nach der Antibiotika-Einnahme ist ein sinnvoller Baustein. Zusammen mit Ballaststoffen, Pflanzenvielfalt und fermentierten Lebensmitteln entsteht daraus ein rundes Paket für den Aufbau. Was ein gutes Probiotikum ausmacht: Worauf kommt es bei einem Probiotikum wirklich an?

Darmaufbau nach Antibiotika: wie lange es dauert und was Fachgesellschaften empfehlen

Darmaufbau nach Antibiotika ist eine Strecke über Wochen bis Monate. Zwei Langzeitstudien mit gesunden Erwachsenen zeigen ziemlich genau, in welchem Tempo sich die Darmflora neu ordnet – und in welcher Phase du sie am besten unterstützt.

Zeitpunkt Was Studien bei Erwachsenen zeigen Was du in dieser Phase tust
Tag 3 bis 4 der Antibiotika Die Vielfalt sinkt, die Zusammensetzung verschiebt sich deutlich Probiotikum vom ersten oder zweiten Tag an, mit etwa zwei Stunden Abstand zum Antibiotikum
1 Woche nach der letzten Tablette Die Darmflora bewegt sich zurück in Richtung Ausgangszustand, oft noch nicht vollständig Probiotikum weiternehmen, Ballaststoffe langsam steigern
Etwa 6 Wochen Nach rund 1,5 Monaten nahe am Ausgangszustand Pflanzenvielfalt Richtung 30 pro Woche, täglich fermentierte Lebensmittel
6 Monate 9 Arten, die vorher bei allen nachweisbar waren, fehlen bei den meisten noch dranbleiben: Ballaststoffe, Vielfalt und Probiotikum als feste Bausteine
10 Monate Die Darmflora ist stabil, aber nicht mehr ganz so zusammengesetzt wie zu Beginn weitere Antibiotika-Kuren nur dort, wo sie ärztlich nötig sind

Die Zahlen stammen aus zwei Studien: In den USA nahmen 3 Erwachsene zwei 5-tägige Kuren mit Ciprofloxacin, ihre Darmflora wurde rund 10 Monate lang begleitet. In Dänemark bekamen 12 gesunde Männer 4 Tage lang drei Breitband-Antibiotika und wurden ein halbes Jahr verfolgt. Für den Alltag heißt das: Plane den Darmaufbau in Wochen, nicht in Tagen. Die ersten sechs Wochen sind die wichtigste Strecke, danach zählt alles, was die Vielfalt fördert.

Was Fachgesellschaften zu Probiotika bei Antibiotika empfehlen

Die europäische Fachgesellschaft für Kinder-Gastroenterologie ESPGHAN hat 2023 ihre Empfehlungen zu Probiotika neu gefasst. Für Kinder, bei denen eine Vorbeugung gegen Antibiotika-Durchfall sinnvoll ist – etwa wegen des Wirkstoffs, der Dauer, eines Klinikaufenthalts oder früherer Beschwerden –, nennt sie drei klare Punkte:

  • Stammspezifisch: Saccharomyces boulardii oder Lacticaseibacillus rhamnosus GG.
  • Hoch dosiert: mindestens 5 Mrd. KbE am Tag.
  • Früh: Start zusammen mit dem Antibiotikum.

Die Wissenschaftsorganisation ISAPP ergänzt für die Praxis: Etwa zwei Stunden Abstand zwischen Antibiotikum und bakteriellem Probiotikum können sinnvoll sein. In Studien begann die Einnahme so früh wie möglich, vor oder in den ersten ein bis zwei Tagen der Antibiotika, und 7 bis 14 Tage darüber hinaus ist ein häufig getesteter Zeitraum.

So begleitest du die Antibiotika-Zeit mit dem Darm Komplex: Der Darm Komplex setzt auf Vielfalt und vereint 13 Bakterienstämme mit Kennung für den Aufbau der Darmflora – Lactobacillus acidophilus LA85, Lacticaseibacillus rhamnosus LRa05, Lactiplantibacillus plantarum Lp90, Lacticaseibacillus casei LC89, Limosilactobacillus reuteri LRe15, Lacticaseibacillus paracasei LPC09, Ligilactobacillus salivarius LS88, Lactobacillus helveticus LH43, Bifidobacterium animalis subsp. lactis BLa80, Bifidobacterium longum BL21, Bifidobacterium bifidum BBi32, Bifidobacterium breve BBr60 und Streptococcus thermophilus ST81. Zusammen sind das 30 Mrd. KbE pro Tagesdosis in magensaftresistenten Kapseln, dazu 300mg L-Glutamin und 5mg Zink. Zink trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei.

  • Einnahme: 2 Kapseln 30 Min. vor dem Frühstück nüchtern mit ausreichend Wasser, während der Antibiotika mit mindestens 2 Stunden Abstand.
  • Tage mit Hormon Komplex oder Energie Komplex: Beide enthalten Eisen. Den Darm Komplex an diesen Tagen abends vor dem Schlafengehen nehmen, damit zwischen Eisen und Zink mindestens 2 Stunden liegen.
  • Dauer: Plane mindestens 8 Wochen ein. Das sind zwei Dosen à 60 Kapseln für 77,50 €, also 1,29 € am Tag.

Darmflora aufbauen: was wirklich wirkt

1. Pflanzenvielfalt statt Superfood

Im American Gut Project mit über 10.000 Teilnehmenden hatten Menschen, die mehr als 30 verschiedene Pflanzen pro Woche aßen, eine vielfältigere Darmflora als jene mit weniger als 10. Gezählt werden Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse, Samen, Kräuter und Gewürze. Vielfalt schlägt Menge: Fünf verschiedene Gemüse bringen mehr als die doppelte Portion von einem.

2. Ballaststoffe als Futter

Darmbakterien leben von dem, was wir nicht verdauen. Die DGE empfiehlt mindestens 30 g Ballaststoffe am Tag, die meisten Menschen in Deutschland kommen auf etwa 18 bis 19 g. Gute Quellen: Hülsenfrüchte, Haferflocken, Vollkornbrot, Gemüse, Leinsamen, Nüsse. Besonders gefragt bei Darmbakterien sind sogenannte präbiotische Ballaststoffe wie Inulin aus Chicorée, Topinambur, Zwiebeln und Lauch sowie resistente Stärke aus abgekühlten Kartoffeln oder Reis. Langsam steigern, sonst sind Blähungen vorprogrammiert.

3. Fermentierte Lebensmittel

Eine Stanford-Studie verglich zwei Ernährungsformen über 10 Wochen. Die Gruppe, die ihren Verzehr fermentierter Lebensmittel von 0,4 auf etwa 6 Portionen pro Tag steigerte – Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi, Kombucha –, hatte danach eine vielfältigere Darmflora und niedrigere Entzündungswerte. Die Gruppe mit doppelt so vielen Ballaststoffen zeigte in dieser kurzen Zeit keinen Anstieg der Vielfalt. Wichtig: Sauerkraut aus dem Glas ist meist pasteurisiert, lebende Kulturen enthält nur frisches oder ungepasteurisiertes Sauerkraut aus dem Kühlregal.

4. Was eher schadet

Unnötige Antibiotika, eine sehr ballaststoffarme Ernährung, viele stark verarbeitete Lebensmittel und Bewegungsmangel sind mit einer weniger vielfältigen Darmflora verbunden. Auch Schlafmangel und Dauerstress beeinflussen den Darm – über die sogenannte Darm-Hirn-Achse wirkt das in beide Richtungen.

Darmsanierung nach Antibiotika: der Plan für die ersten sechs Wochen

„Darmsanierung“ klingt nach Großputz. Gemeint ist meist etwas Einfacheres: den Darm nach einer Antibiotika-Kur wieder in Ordnung bringen. Eine Darmkur ganz ohne Antibiotika-Anlass planst du mit unserer Seite Darmkur: 8 bis 12 Wochen mit Plan. Einläufe, Colon-Hydrotherapie oder Entgiftungskuren braucht es dafür nicht, für sie gibt es keinen belegten Nutzen. Was hilft, lässt sich in drei Phasen ordnen. Die sechs Wochen sind kein Zufall: In der dänischen Studie war die Darmflora gesunder Männer nach etwa 1,5 Monaten nahe am Ausgangszustand.

Phase Zeitraum Was du tust
Während der Antibiotika ab Tag 1 oder 2 Probiotikum mit etwa zwei Stunden Abstand zum Antibiotikum, viel trinken, leicht verdauliche Kost
Direkt danach Woche 1 bis 2 nach der letzten Tablette Probiotikum weiternehmen, Ballaststoffe langsam steigern: Haferflocken, gekochtes Gemüse, Bananen
Aufbau Woche 3 bis 6 Pflanzenvielfalt Richtung 30 pro Woche, täglich fermentierte Lebensmittel, präbiotische Ballaststoffe aus Chicorée, Lauch, Zwiebeln und abgekühlten Kartoffeln

Die Ziele ändern sich dabei: Während der Antibiotika geht es um einen ruhigen Bauch im Alltag, also um weniger Durchfall. Danach geht es um Futter für die eigenen Bakterien und um neue Kulturen – hier arbeiten Ernährung und Probiotikum Hand in Hand.

Bestes Probiotikum nach Antibiotika: 5 Kriterien

Ein Probiotikum für die Zeit der Antibiotika-Einnahme muss vor allem zwei Dinge können: die Magenpassage überstehen und in einer Menge ankommen, wie sie in Studien eingesetzt wurde. Diese fünf Punkte kannst du auf jedem Etikett prüfen:

  1. Vollständige Stammbezeichnung. Gattung, Art und Stamm-Code, zum Beispiel Lacticaseibacillus rhamnosus LRa05. Nur so lässt sich ein Produkt einer Studie zuordnen. Mehr dazu: Worauf kommt es bei einem Probiotikum wirklich an?
  2. Keimzahl pro Tagesdosis. Im Cochrane-Review zum Antibiotika-Durchfall sprechen die Daten für Mengen ab 5 Milliarden KbE am Tag, als angemessen gelten 5 bis 40 Milliarden. Gute Hersteller nennen die Menge pro Tagesdosis.
  3. Schutz für die Magenpassage. Magensaftresistente Kapseln oder säurestabile Stämme sorgen dafür, dass die Kulturen den Darm erreichen.
  4. Bakterien oder Hefe. Bakterielle Probiotika brauchen Abstand zum Antibiotikum. Die Hefe Saccharomyces boulardii wird von Antibiotika nicht beeinträchtigt und ist ebenfalls gut untersucht.
  5. Klare Einnahme und Lagerung. Wie viele Kapseln, wann, und ob das Produkt in den Kühlschrank gehört. Fehlt das, fehlt meist auch die Sorgfalt.

Den Darm Komplex haben wir nach genau diesen Punkten gebaut: 13 Stämme mit vollständiger Stammbezeichnung, 30 Milliarden KbE pro Tagesdosis, magensaftresistente Kapseln. Unsere Probiotika Kapseln für die Zeit während und nach Antibiotika →

Hausmittel im Check

Hausmittel Was es kann Einordnung
Joghurt, Kefir lebende Milchsäurebakterien, Teil der Stanford-Studie sinnvoll, täglich
Ungepasteurisiertes Sauerkraut, Kimchi lebende Kulturen und Ballaststoffe sinnvoll, Kühlregal-Ware wählen
Haferflocken, Leinsamen lösliche Ballaststoffe als Bakterienfutter sinnvoll
Flohsamenschalen quellfähige Ballaststoffe, regulieren den Stuhl sinnvoll, mit viel Wasser
Apfelessig keine belastbaren Daten zur Darmflora eher Mythos
„Darmreinigung“, Colon-Hydro-Therapie spült Bakterien eher aus nicht empfehlenswert

Woher die Wirkstoffe kommen

Die Idee, mit Bakterien die Gesundheit zu fördern, stammt vom russischen Zoologen Élie Metchnikoff. Er beobachtete Anfang des 20. Jahrhunderts, dass bulgarische Bauern, die viel Sauermilch tranken, auffallend alt wurden, und führte das auf die Milchsäurebakterien zurück. Für seine Arbeiten zum Immunsystem erhielt er 1908 den Nobelpreis. Den Begriff „Probiotika“ prägten erst Jahrzehnte später andere. Fermentierte Lebensmittel selbst sind Tausende Jahre alt – Sauerkraut, Kimchi und Kefir waren Konservierungsmethoden, lange bevor jemand von Bakterien wusste.

Was heute untersucht ist: Gut belegt ist der Nutzen bestimmter Probiotika während einer Antibiotika-Behandlung. Zum Aufbau der Darmflora werden Probiotika und Ernährungsmuster intensiv erforscht. Wichtig ist: Studien beziehen sich immer auf konkrete Stämme – deshalb lohnt sich ein Probiotikum mit vollständiger Stammbezeichnung.

Einnahme und Vorsicht

  • Abstand zu Antibiotika: Bakterielle Probiotika mit etwa zwei Stunden Abstand zum Antibiotikum nehmen. Die Wissenschaftsorganisation ISAPP hält das für „vernünftig“. Hefe-Probiotika wie S. boulardii werden von Antibiotika nicht beeinträchtigt.
  • Zeitpunkt: Am besten am ersten oder zweiten Tag der Antibiotika-Einnahme beginnen und ein bis zwei Wochen darüber hinaus weiternehmen.
  • Anfangs können Blähungen auftreten, die meist nach wenigen Tagen vergehen.
  • Nicht ohne ärztliche Rücksprache bei stark geschwächtem Immunsystem, zentralem Venenkatheter, kurz nach Operationen und bei Frühgeborenen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, die Darmflora nach Antibiotika aufzubauen?

Bei gesunden Menschen ist die Darmflora meist nach einigen Wochen weitgehend erholt – in einer dänischen Studie nach etwa 1,5 Monaten. Einzelne Arten können aber auch nach einem halben Jahr noch fehlen.

Was ist das beste Hausmittel für die Darmflora?

Am besten belegt sind Pflanzenvielfalt, Ballaststoffe und fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir und ungepasteurisiertes Sauerkraut. Apfelessig und Darmreinigungen haben keinen belegten Nutzen.

Soll ich während der Antibiotika-Einnahme ein Probiotikum nehmen?

Wenn es um Durchfall geht, ja: Probiotika senkten das Risiko in Cochrane-Studien deutlich. Etwa zwei Stunden Abstand zum Antibiotikum halten. Wie sie den Wiederaufbau der eigenen Darmflora begleiten, wird weiter untersucht.

Woran merke ich, dass meine Darmflora gestört ist?

Typisch nach Antibiotika sind weicher Stuhl oder Durchfall, Blähungen und ein unruhiger Bauch. Ein Labortest der Stuhlflora hat für den Alltag wenig Aussagekraft, weil es keine Normwerte für eine „gesunde“ Darmflora gibt.

Welche Lebensmittel bauen die Darmflora auf?

Hülsenfrüchte, Haferflocken, Vollkorn, Gemüse – besonders Zwiebeln, Lauch, Chicorée und Topinambur –, Nüsse und Samen sowie fermentierte Lebensmittel. Abgekühlte Kartoffeln und Reis liefern resistente Stärke.

Wie viele Pflanzen sollte ich pro Woche essen?

Im American Gut Project hatten Menschen mit mehr als 30 verschiedenen Pflanzen pro Woche die vielfältigste Darmflora. Kräuter, Gewürze, Nüsse und Samen zählen mit.

Sind Darmflora-Tests sinnvoll?

Für gesunde Menschen kaum. Die Zusammensetzung schwankt von Tag zu Tag, und es gibt keine anerkannten Normwerte. Bei Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoller als ein Selbsttest.

Was ist der Unterschied zwischen Probiotika und Präbiotika?

Probiotika sind lebende Mikroorganismen. Präbiotika sind Ballaststoffe wie Inulin, die den eigenen Darmbakterien als Futter dienen. Beide ergänzen sich.

Ist Durchfall nach Antibiotika gefährlich?

Meist nicht, er vergeht nach Absetzen. Bei blutigem oder sehr häufigem Durchfall, Fieber oder Bauchschmerzen sofort ärztlich abklären lassen – das kann auf Clostridioides difficile hindeuten.

Wie lange sollte ich Probiotika nach Antibiotika nehmen?

In den Studien zum Durchfallschutz begann die Einnahme am ersten oder zweiten Tag der Antibiotika und lief ein bis zwei Wochen darüber hinaus. Für den langfristigen Aufbau der eigenen Darmflora kommen Ballaststoffe, Pflanzenvielfalt und fermentierte Lebensmittel dazu.

Was ist der Unterschied zwischen Darmsanierung und Darmaufbau?

Im Alltag meinen beide Begriffe dasselbe: die Darmflora nach einer Störung wie einer Antibiotika-Kur wieder aufzubauen. Medizinisch definiert ist keiner von beiden. Reinigungen wie Einläufe oder Colon-Hydrotherapie gehören nicht dazu, für sie gibt es keinen belegten Nutzen.

Welches Probiotikum ist nach Antibiotika das beste?

Eines mit vollständiger Stammbezeichnung, einer Tagesmenge in dem Bereich, den der Cochrane-Review für angemessen hält (5 bis 40 Milliarden KbE), und Schutz für die Magenpassage. Am besten untersucht sind L. rhamnosus und die Hefe S. boulardii.

Was empfehlen Fachgesellschaften zu Probiotika während Antibiotika?

Die europäische Fachgesellschaft ESPGHAN empfiehlt für Kinder mit erhöhtem Risiko für Antibiotika-Durchfall S. boulardii oder L. rhamnosus GG mit mindestens 5 Mrd. KbE am Tag, gestartet zusammen mit dem Antibiotikum. Für den Darmaufbau gilt allgemein: früh starten, vor oder in den ersten ein bis zwei Tagen der Antibiotika, mit etwa zwei Stunden Abstand.

Wann beginnt der Darmaufbau – während oder nach den Antibiotika?

Am besten schon während der Antibiotika: In Studien begann die Einnahme vor oder in den ersten ein bis zwei Tagen und lief 7 bis 14 Tage darüber hinaus. Bakterielle Probiotika mit etwa zwei Stunden Abstand zum Antibiotikum nehmen. Ballaststoffe, Pflanzenvielfalt und fermentierte Lebensmittel bauen danach weiter auf.

Kurz zusammengefasst

  • Die Darmflora braucht nach Antibiotika einige Wochen, einzelne Arten fehlen länger – ein gezielter Aufbau lohnt sich.
  • Probiotika verringern Antibiotika-Durchfall deutlich, ihre Rolle beim Wiederaufbau wird weiter erforscht.
  • Mehr als 30 verschiedene Pflanzen pro Woche gehen mit einer vielfältigeren Darmflora einher.
  • Fermentierte Lebensmittel erhöhten die Vielfalt in einer Studie innerhalb von 10 Wochen.
  • 30 g Ballaststoffe am Tag sind das Ziel, die meisten essen deutlich weniger.
  • Darmaufbau nach Antibiotika braucht Wochen bis Monate; am besten startest du das Probiotikum schon während der Antibiotika, mit etwa zwei Stunden Abstand.

Wie wir es gelöst haben

Der Darm Komplex enthält 13 Bakterienstämme mit vollständiger Stammbezeichnung und 30 Milliarden KbE pro Tagesdosis von zwei Kapseln – darunter Lacticaseibacillus rhamnosus LRa05, Lactiplantibacillus plantarum Lp90, Bifidobacterium longum BL21 und Bifidobacterium animalis subsp. lactis BLa80 –, dazu 300mg L-Glutamin und 5mg Zink als Bisglycinat. Zink trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Die Kapseln sind magensaftresistent, damit die Kulturen den Magen überstehen. Eine Dose reicht 30 Tage und kostet 39,95 €, also 1,33 € am Tag, im 3er-Pack 1,27 € am Tag.

Zur Einordnung: Die Cochrane-Ergebnisse stammen vor allem aus Studien mit L. rhamnosus GG und S. boulardii. Während einer Antibiotika-Behandlung den Darm Komplex mit mindestens zwei Stunden Abstand einnehmen. Und für den langfristigen Aufbau gilt: Darm Komplex und eine ballaststoffreiche, vielfältige Ernährung ergänzen sich.

Der Immun Komplex ergänzt das über die Nährstoffseite: Vitamin C, D und Zink tragen zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Beide findest du gemeinsam unter Nahrungsergänzung für Darm und Immunsystem.

Passende Kapseln: Probiotika Kapseln.

Quellen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

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