
- von bleeme. Redaktion
Astaxanthin: Wirkung, Studien und warum die „Astaxanthin-Lüge“ zu kurz greift
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Ratgeber / Nährstoffwissen
Die kurze Antwort: Astaxanthin ist ein rotes Carotinoid aus der Blutregenalge Haematococcus pluvialis, das auch Lachs und Garnelen ihre Farbe gibt. In Studien verbesserte es die Feuchtigkeit und Elastizität der Haut und senkte Marker für oxidativen Stress. Weitere Bereiche wie müde Augen und Regeneration nach dem Sport werden untersucht. Die sogenannte „Astaxanthin-Lüge“ ist kein Skandal, sondern ein Suchbegriff rund um übertriebene Werbeslogans – die Hautstudien zeigen messbare Effekte. Hinweise, dass Astaxanthin krebserregend ist, gibt es nicht.
Astaxanthin gehört zu den Carotinoiden, also zur selben Stoffgruppe wie Beta-Carotin und Lutein. Genauer ist es ein Xanthophyll, ein sauerstoffhaltiges Carotinoid. Das Molekül hat an beiden Enden einen polaren Ring und dazwischen eine lange Kette. Dadurch kann es eine Zellmembran quer durchspannen: Die Kette fängt Radikale im Inneren der Membran ab, die Ringe an der Innen- und Außenseite. Das ist der Grund, warum Astaxanthin als Antioxidans für Zellmembranen gilt. Wenn du den Zellschutz breiter aufstellen willst, kombinierst du fett- und wasserlösliche Antioxidantien – Vitamin E und Vitamin C stecken zum Beispiel zusammen mit Traubenkern-OPC in unseren OPC Kapseln mit Resveratrol.
In der Natur bildet vor allem die einzellige Blutregenalge Astaxanthin, wenn sie unter Licht- oder Nährstoffstress gerät. Krill und kleine Krebstiere fressen die Algen, Lachse und Flamingos fressen die Krebstiere – daher deren rosa Farbe. Zuchtlachs bekommt Astaxanthin über das Futter, weil er keinen Krill frisst. Dafür wird fast immer synthetisches Astaxanthin verwendet: Über 95 % der weltweit gehandelten Menge stammen aus chemischer Herstellung, Algen-Astaxanthin macht weniger als 1 % aus.
Wie Astaxanthin als Teil des Zellschutzes einzuordnen ist und was Antioxidantien im Körper tatsächlich leisten, steht hier: Wie funktioniert Zellschutz tatsächlich?
Astaxanthin ist gut untersucht – mit zahlreichen Studien zu Haut, Zellschutz, Augen und Sport. Ein Überblick über die wichtigsten Bereiche:
Die beste Zusammenfassung ist eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2021 mit 9 randomisierten Studien, in denen Astaxanthin als Kapsel eingenommen wurde. Insgesamt bekamen 162 Personen Astaxanthin und 131 ein Placebo, über 4 bis 16 Wochen. Ergebnis: Die Haut war signifikant feuchter und elastischer. In einer japanischen Studie mit 65 Frauen blieben Falten und Feuchtigkeit unter Astaxanthin über 16 Wochen stabil, während sie sich unter Placebo verschlechterten. Wichtig: Astaxanthin ist kein Sonnenschutz und ersetzt keine Sonnencreme.
Eine Meta-Analyse von 12 Studien mit 380 Personen fand einen deutlichen Rückgang von Malondialdehyd, einem Abbauprodukt oxidierter Fette. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes sank zudem der Entzündungsmarker IL-6. Gemessen wurden dabei Laborwerte im Blut.
Eine neuere Auswertung von 8 Studien mit höheren Mengen sah einen kleinen Anstieg des HDL und einen leichten Rückgang der Triglyceride. Die Forschung dazu läuft weiter.
Für müde Augen bei Bildschirmarbeit gibt es Studien mit positiven Ergebnissen. Im Sport sank in einer Meta-Analyse der Muskelschadensmarker Creatinkinase – interessant für die Regeneration. Auch das Gedächtnis wird in Studien untersucht.
| Bereich | Was Studien zeigen | Einordnung |
|---|---|---|
| Hautfeuchtigkeit, Elastizität | signifikant besser (Meta-Analyse, 9 Studien) | positiv, Meta-Analyse |
| Falten | in einer Studie über 16 Wochen stabil, unter Placebo schlechter | wird weiter untersucht |
| Oxidativer Stress (MDA) | deutlich gesenkt (12 Studien) | Laborwert, Meta-Analyse |
| Blutfette | HDL leicht höher, Triglyceride leicht niedriger (8 Studien) | wird weiter untersucht |
| Müde Augen am Bildschirm | positive Einzelstudien | wird weiter untersucht |
| Sport | weniger Muskelschadensmarker | interessant für die Regeneration |
Eine einzelne Enthüllung, ein Buch oder einen Bericht mit diesem Titel gibt es nicht. Der Begriff taucht vor allem auf Händler- und Vergleichsseiten auf, die ihn als Aufhänger nutzen. Gemeint sind meist drei Punkte, die du beim Kauf leicht prüfen kannst:
Unsere Einordnung: Für die Haut zeigen Studien messbare Effekte auf Feuchtigkeit und Elastizität, weitere Bereiche werden intensiv erforscht. Am besten gibst du Astaxanthin einige Wochen Zeit – so liefen auch die Hautstudien.
Nein, dafür gibt es keine Hinweise. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums schreibt, dass Astaxanthin nach heutigem Wissen das Krebsrisiko nicht erhöht. Eine Sicherheitsübersicht wertete 87 Humanstudien aus und fand bei natürlichem Astaxanthin kein Sicherheitsproblem.
Zwei Hinweise für die Praxis. Erstens: Menschen in einer Chemo- oder Strahlentherapie sollten Antioxidantien nur nach Rücksprache nehmen, weil sie die Wirkung der Behandlung theoretisch abschwächen könnten. Zweitens wird Astaxanthin oft mit Beta-Carotin verwechselt. Für Beta-Carotin gibt es aus großen Studien wie ATBC und CARET einen Hinweis für Raucherinnen und Raucher: Sie sollten Präparate mit Beta-Carotin vorher ärztlich abklären. Das betrifft Beta-Carotin, nicht Astaxanthin – ist aber relevant, wenn ein Präparat beides enthält.
Algen-Astaxanthin und synthetisches Astaxanthin sind chemisch nicht völlig gleich. Die Alge bildet nur eine Form des Moleküls (die 3S,3′S-Form), das synthetische Produkt ist ein Gemisch aus drei Formen. Für Nahrungsergänzungsmittel wird meist Algen-Astaxanthin verwendet, das drei- bis viermal so teuer ist. Ob es im Körper besser wirkt, wird in Laborversuchen untersucht. Entscheidend für dich: Fast alle Humanstudien wurden mit Algen-Astaxanthin gemacht – ihre Ergebnisse beziehen sich also genau auf diese Form.
Den Namen bekam Astaxanthin 1938 vom deutschen Chemiker Richard Kuhn, der den roten Farbstoff aus dem Hummer beschrieb – „Astakos“ ist das griechische Wort für Hummer. Für seine Arbeiten zu Carotinoiden und Vitaminen erhielt Kuhn den Chemie-Nobelpreis für 1938. Synthetisches Astaxanthin für Lachsfutter kam 1985 auf den Markt. Seit Mitte der 1990er-Jahre wird die Blutregenalge in großem Maßstab gezüchtet – in Glasröhren oder offenen Becken, in denen man sie gezielt Stress aussetzt, bis sie sich rot färbt.
Was heute untersucht ist: Am besten belegt sind Effekte auf Hautfeuchtigkeit und Elastizität sowie auf Laborwerte für oxidativen Stress. Falten, Blutfette, Regeneration und Gedächtnis werden weiter untersucht.
Astaxanthin ist ein Antioxidans, das sich in Zellmembranen einlagert. In Studien verbesserte es Hautfeuchtigkeit und Elastizität und senkte Marker für oxidativen Stress. Weitere Bereiche wie müde Augen und Regeneration werden untersucht.
Kein konkreter Skandal, sondern ein Schlagwort rund um übertriebene Werbeslogans wie „6.000-mal stärker als Vitamin C“, die aus dem Reagenzglas stammen. Für die Haut zeigen Studien messbare Effekte auf Feuchtigkeit und Elastizität.
Nein. Laut Krebsinformationsdienst gibt es keine Hinweise, dass Astaxanthin das Krebsrisiko erhöht. Während einer Chemo- oder Strahlentherapie sollten Antioxidantien aber nur nach ärztlicher Rücksprache genommen werden.
In den Hautstudien wurden Effekte nach 4 bis 16 Wochen gemessen. Plane also einige Wochen ein und bleib dran.
Zu einer Mahlzeit mit etwas Fett, weil Astaxanthin fettlöslich ist. Fetthaltige Zubereitungen wurden in einer Studie 1,7- bis 3,7-mal besser aufgenommen.
Meist 4 bis 12mg pro Tag über 4 bis 16 Wochen. Eine Portion Wildlachs von 150 g enthält etwa 4 bis 6mg.
Die Alge bildet eine andere Molekülform als die chemische Herstellung. Fast alle Humanstudien nutzten Algen-Astaxanthin – die Ergebnisse beziehen sich also genau auf diese Form.
Nein. In einer Studie stieg die Hautschwelle für Rötung leicht an – ein Sonnenschutz ist Astaxanthin aber nicht, es ersetzt keinen Lichtschutzfaktor.
In Studien war es gut verträglich. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte Wechselwirkungen abklären lassen. Astaxanthin aus Krill ist bei Krebstierallergie ungeeignet.
Im Anti-Aging Komplex stecken pro Portion von zwei Kapseln (jeden zweiten Tag) 12mg Astaxanthin aus Haematococcus pluvialis, also aus der Alge und nicht synthetisch. Dazu kommen 100mg Coenzym Q10, 20mg Lycopin aus Tomaten-Extrakt, 20mg Vitamin E, 20mg Beta-Carotin, 6mg Zink und 100µg Selen. Vitamin E, Zink und Selen tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei. Astaxanthin, Q10, Lycopin, Beta-Carotin und Vitamin E sind fettlöslich, deshalb gehört er zu einer Mahlzeit.
Gut zu wissen: Der Anti-Aging Komplex ist kein Sonnenschutz und ersetzt keinen Lichtschutzfaktor. Wegen des Beta-Carotins ist er für Raucherinnen und Raucher nur nach ärztlicher Rücksprache gedacht, in Schwangerschaft und Stillzeit nicht geeignet. Nicht für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren, und am selben Tag keine anderen Nahrungsergänzungsmittel mit Astaxanthin.
Auch im Haar & Nägel Komplex steckt Astaxanthin, dort mit 4mg als Ergänzung zu Zink, Biotin und Kupfer. Welcher der beiden Wege zu dir passt, zeigt unsere Kaufseite Astaxanthin kaufen. Was Nährstoffe für Haut und Haare leisten können: Was bringen Nährstoffe für Haut, Haare und Nägel?
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.